Eigene Bilder im Internet – warum kann ich sie so schwer löschen?

Bilder werden im Internet dauerhaft gespeichert. Das Löschen ist daher schwieriger als zunächst gedacht.

Bilder, die von Nutzern der bekannten Social Media Plattformen hochgeladen werden, sind oftmals auch nach dem löschen über den eigenen Account sichtbar.
Auch Bilder, die Webmaster auf die eigene Webseite hochladen sind oft auch nach dem löschen im Netz verfügbar.
Warum das Löschen der Bilder in der Praxis schwieriger ist als in der Theorie.

Jüngst regte sich eine Schar der Internetnutzer über das speichern von Nutzerbildern von Social Media Plattformen der eigenen User auf.
Verschiedene Datenschützer stellten fest, dass die großen und bekannten Plattformen diese Profilbilder nur mangelhaft bis ungenügend sichern.
Dabei geht es nicht um den technischen Aspekt des Speicherns an sich, sondern vielmehr um die Tatsache, daß Rechte an diesen Bildern zu einem nicht unerheblichen Teil auf die Plattform selbst übergehen.
So kann es mitunter durchaus vorkommen, dass das eigene Profilbild in einer Werbeanzeige der Plattform auftaucht oder anderweitig als Marketinginstrument Gebrauch findet.
Wem dieses Recht, welches im übrigen oft schon durch das notwendige akzeptieren der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (=AGB), zu weit geht, dem hilft auch das löschen des fragwürdigen Bildes nicht wirklich weiter. Der Clou: diese Bilder werden oftmals (u.a. auch zu Sicherungszwecken) auf externen Servern des Anbieters gespeichert. Ein löschen innerhalb des eigenen Accounts des Anbieters löscht demzufolge auch nur einen der mitunter zahlreichen physischen Speicherorte der Bilder, aber i.d.R. selten das gesamte Vorkommen des Bildes.
Im Zusammenhang mit der Problematik der Rechteübergabe an den Bildern an den Anbietern mittels Akzeptanz der AGB, bekommt das fragwürdige Bild nun endgültig eine weitreichende Relevanz.
Einerseits kann das Portal zum Teil eigenes Marketing mit diesen Bildern anstellen, zum anderen ist dieses Bild aber noch an weiteren Stellen gespeichert und damit potentiell anderen Usern zugänglich.

Hochgeladene Bilder interessant für zukünftige Arbeitgeber?

Je nachdem um welche Bilder – genauer gesagt: in welcher Situation die betreffende Person dargestellt wird – es sich bei diesen Bildern handelt, können sie durchaus dazu geeignet sein, den eigenen Lebenslauf oder die eigene Person in ein anderes Licht zu rücken, als man es gern hätte.
Besonders einleuchtend wird dies bei einer Bewerbung bei einem neuen Arbeitgeber. Recherchiert dieser anhand des Vor- und Nachnamens im Netz, und stösst dabei auf eine Vielzahl von Bildern aus geselligen Abenden unter Freunden, so erschliesst sich für den neuen Vorgesetzten gleich ein (subjektiv umfassendes) Bild seines potentiellen neuen Angestellten.
Ein positiver Bescheid könnte in weiter Ferne rücken, wobei dies sicherlich auch von Faktoren wie Internetaffinität oder der allgemeinen Einschätzung gegenüber den Inhalten des world wide web`s des Entscheiders im Unternehmen abhängt.

Nicht nur Social Media Plattformen sind Multiplikatoren für meine fragwürdigen Bilder

Die Möglichkeiten des web2.0 sind schier unbegrenzt, zumindest aus der Sicht der regelmässigen Nutzer des Internets. Das Netz bietet zahlreiche Möglichkeiten um mit Erfahrungen, Fachwissen oder eigener Meinung zu glänzen. Foren, Blogs, eigene Webseiten und Communities sind beliebte Anlaufstellen um eigene Inhalte allen zugänglich zu machen.
Was nur wenige wissen: jedes Bild, welches auf die Server der Betreiber hochgeladen wird, ist allen anderen zugänglich. Hat das Bild nun noch dazu einen eindeutigen Namen, so können Suchdienste dieses Bild zusätzlich speichern um bei geeigneten Bildersuchen entsprechend relevante Ergebnisse anzuzeigen – inklusive der eigenen Bilder.
Abgesehen von den großen Plattformen bieten sich für Interessierte damit umfassende Möglichkeiten Bilder und Zusammenhänge zwischen Menschen, ihren Freunden und Bekannten oder der sozialen Gesamtsituation zu erschliessen.
Foren sind i.d.R. thematisch sortiert, regelmässiges posten in Foren lässt also Rückschlüsse auf die privaten Interessen schliessen, die Teilnahme an Wettkämpfen ausserhalb des Breiten- oder Schulsports und das veröffentlichen der Ergebnisse über das Netz offenbart dem Suchenden wieder neue Informationen.
In Bezug auf die Bilder gilt im Netz stets ein Grundsatz: solange die Bilder im Netz sichtbar sind, können sie von jedem kopiert und lokal abgespeichert werden. Eine Nutzung dieser Inhalte ist aus juristischer Sicht selbstverständlich nur mit ausdrücklicher Genehmigung der betreffenden Personen erlaubt, leider jedoch werden diese Vorschriften und Gesetze nur allzugern ignoriert.
Die Crawler der Suchmaschinen indexieren die gezeigten Bilder, speichern sie und zeigen diese Bilder dann bei relevanten und passenden Suchabfragen der Nutzer der jeweiligen Suchmaschine wieder an (abhängig u.a. vom Namen des Bildes).

Das Löschen von Bildern reicht in der Regel nicht aus!

Bilder im Netz sind wie Tattowierungen – schnell erstellt und sie halten ewig!
Das einfache löschen der Bilder von meiner Homepage bringt, wie weiter oben ausführlich erläutert, nur bedingt einen Nutzen.
Andere Webmaster oder Suchdienste könnten längst über das Bild gestossen sein, es gespeichert haben und so den eigenen Benutzern zugänglich gemacht haben.
Wenn Sie Bilder aus dem Netz entfernen wollen, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Recherchieren Sie nach dem Bildnamen Ihres Bildes über die Bildersuche der Suchmaschinen. So bekommen Sie schnell heraus, wer sich nicht einmal die Mühe gemacht hat um dem (vielleicht) gestohlenen Bild vor dem Hochladen einen neuen Namen zu geben.
  2. Recherchieren Sie nach Ihrem Namen oder den Inhalten, die Sie auf dem Bild sehen können. Oft werden Bilder themenrelevant gesucht und dann unrechtmäßig weiterbenutzt.
  3. Ziehen Sie alle Suchmaschinen mit in Ihre Recherche mit ein. Jeder Suchdienst hat eigene Bewertungsalgorithmen und liefert demzufolge andere Ergebnisse.
  4. Verlieren Sie nicht die Geduld: Diese Recherchearbeit wird Wochen, wenn nicht gar Monate dauern bis Sie den Großteil der URL`s gefunden haben, die Ihre Bilder benutzen.
  5. Sofern Sie diese Bilder in soziale Netzwerke eingestellt haben, löschen Sie diese und überwachen ob Ihr Bild bei der Recherche nach Punkt 1. immer noch auftaucht.

Das löschen von Bildern aus Webinhalten reicht also nur bedingt aus – Sie müssen aktiv löschen und aktiv kontrollieren ob diese Bilder auch wirklich nicht mehr auftauchen.
Das aktive Ansprechen der Webmaster, die Ihre Bilder benutzt haben ohne zu fragen, ist in aller Regel erfolgreicher als das sofortige androhen einer Klage über Ihren Rechtsanwalt. Sprechen Sie mit den jeweils verantwortlichen Seitenbetreibern ruhig und bleiben Sie sachlich.

Fazit

Überlegen Sie bei alledem was Sie unter Angabe Ihrer eMailadresse oder Ihres Benutzernamens ins Netz stelllen – die Inhalte sind über Jahrzehnte hinweg erreichbar. Nicht nur Bilder, auch Meinungen und Äusserungen in sozialen Netzwerken, Blogs oder Foren können Sie schnell im Alltag wieder einholen.
Surfen Sie aktiv und lassen sich nicht ablenken, ganz nebenbei verringern Sie auch so die Gefahr von Viren, Trojanern oder weiteren Gefahrenquellen im Netz.
Laden Sie Bilder nur auf Vertrauenswürdigen Webseiten hoch, bei denen Sie Inhaber aller Rechte am Bild bleiben.
Laden Sie keine Bilder ins Netz, auf denen Menschen zu sehen sind von denen Sie keine (schriftliche) Einverständniserklärung haben das Bild verwenden zu dürfen.

Mit wenigen Handgriffen lassen sich also zumindest für die Zukunft Vorkehrungen treffen, die Sie und Ihre Privatsphäre besser schützen.
Bei Rückfragen wenden Sie sich gern an die conversionmedia GmbH & Co. KG

Dirk Preuten

Dirk ist seit 2008 geschäftsführender Gesellschafter der conversionmedia GmbH & Co. KG, einer Online Marketing Agentur mit Sitz in Dinslaken am Niederrhein. Seit dieser Zeit betreut er auch den Fachbereich Suchmaschinenoptimierung und betreut vor allem die Großkunden der Agentur. Unregelmässig twittert er auch oder beschäftigt facebook & Google+.