Veränderung wagen!
Chancen zur Kommunikation werden im World Wide Web kaum genutzt
Dinslaken. Kommunalwahlkampf 2.0 – welche Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters in Dinslaken setzen auf das Internet? Und wie? Die Fragen führen Stefan Guth von der Internetagentur conversionmedia zu zwei Thesen.
These 1: Personenwahl nach Barack Obama (www.my.BarackObama.com) oder Parteienwahlkampf; Welcher Kandidat und welche Partei in Dinslaken hat die Möglichkeiten erkannt? Es gibt in Deutschland nur auf kommunaler Ebene die Direktwahl für Ämter. Keiner der Kandidaten nutzt aber die Möglichkeiten wirklich. Es erfolgt keine gezielte Ansprache der jugendlichen Wähler ab 16. Keine Aktivierung und Ansprache (z. B. durch Übersetzungsfunktionen) für Menschen mit Migrationshintergrund.
Foren und Gästebücher
These 2: Ist es die viel zitierte Politikverdrossenheit oder einfach nur die fehlende Möglichkeit zur Kontaktaufnahme für den Bürger? Leider empfehlen die Agenturen und Parteistrategen von CDU und SPD ihren Kandidaten, auf Foren und Gästebücher im Internet zu verzichten. Begründung: Gefahr durch Spam und Störenfriede, die ellenlang lamentieren oder bei Beschneidung ihrer Inhalte über Zensur klagen. Die Erfahrungen sehen anders aus. Das Spam-Problem lässt sich mit einer einfachen Authentifizierung technisch leicht lösen. Das Problem von Störenfrieden tritt so gut wie nie auf und lässt sich durch ein klares Regelwerk kanalisieren. Dies wird von allen ernsthaft an solchen Diskussionsmöglichkeiten Interessierten unterstützt. Zudem ist diese Diskussion über Blogs so, als wenn man alle öffentlichen Wahlkampfveranstaltungen mit dem Hinweis auf potenzielle Störenfriede absagen oder auf das Aufstellen von Plakaten mit der Begründung etwaiger Verschandelungen verzichten würde. Keine Partei käme auf eine solche Idee; hier scheint eher die Angst vor dem „Neuen“ zu lähmen. Was schreiben Politiker so oft Bürgern ins Stammbuch: „Veränderung wagen“.
